Chopfab ist eine bekannte Schweizer Biermarke, die ursprünglich von der Doppelleu Brauwerkstatt in Winterthur lanciert wurde. Der Name leitet sich umgangssprachlich von „Kopf ab“ ab. Er nimmt Bezug auf das Stadtwappen und den enthaupteten Winterthurer Stadtheiligen St. Alban. 

 

Marke und Sortiment


Die Marke fiel von Beginn an durch ihr minimalistisches, urbanes Design in komplett schwarzen Flaschen und Dosen auf. Chopfab deckt verschiedene Bierstile ab: 

  • Chopfab Draft: Ein leichtes, obergäriges und sehr spritziges Helles.
  • Chopfab Amber: Ein rotglänzendes Bier mit ausgeprägter Malznote und Cascade-Hopfen.
  • Chopfab Lager: Das klassische untergärige Vollbier.
  • Spezialitäten & Limited Editions:  

 

Übernahme und aktuelle Entwicklung


Nach starkem Wachstum fusionierte das Unternehmen zur Chopfab Boxer AG. Aufgrund finanzieller Probleme und einer hohen Verschuldung übernahm die Appenzeller Brauerei Locher im März 2024 die Aktienmehrheit, um den Betrieb zu retten. 

Seither wurde die Struktur stark angepasst. Die Logistik sowie die Abfüllung wurden nach Appenzell verlagert. In Winterthur verblieb nach Restrukturierungen ein Teil der Produktion, der Fokus liegt dort primär auf Spezialitätenbieren. Die aktuellen Biere sind auf unserem Online -Shop erhältlich.

 

Die Geschichte von Chopfab ist eine der rasantesten Berg- und Talfahrten in der jüngeren Schweizer Bierbranche. Sie reicht vom Garagen-Start-up über den nationalen Craft-Beer-Hype bis hin zur Fast-Pleite und anschliessenden Rettung. 

Hier ist die Chronologie des Winterthurer Kultbiers: 


2012: Die Geburtsstunde in Winterthur


Die beiden Freunde Philip Bucher und Jörg Schönberg gründen 2012 die Doppelleu Brauwerkstatt AG in Winterthur. Sie erkennen früh, dass der weltweite Trend zu aromatischeren Craft-Bieren in der Schweiz noch in den Kinderschuhen steckt. 

  • Das Konzept: Hopfenbetonte, obergärige Biere (wie Pale Ales oder IPAs) abseits des klassischen Lagerbier-Einheitsbreis.
  • Das Marketing: Ein auffälliges, minimalistisches, komplett schwarzes Design und der freche Name „Chopfab“ (Schweizerdeutsch für Kopf ab, angelehnt ans Köpfen einer Bierflasche sowie den enthaupteten Winterthurer Stadtheiligen). 

 

 

 2013–2016: Der grosse Hype

Anfang 2013 kommen die ersten Flaschen auf den Markt. Die Marke trifft sofort den Zeitgeist. Chopfab gelingt in Rekordzeit der Sprung in die Regale von Coop und später Denner. Die Nachfrage explodiert regelrecht, und das Unternehmen wächst zur unangefochtenen Schweizer Marktführerin für obergärige Biere heran. 

 

2017: Die Expansion in die Romandie

Um national weiter zu wachsen, fusioniert Doppelleu 2017 mit der traditionsreichen Westschweizer Brauerei Bière du Boxer SA (gegründet 1960 in Yverdon-les-Bains) zur Doppelleu Boxer AG. Das Unternehmen investiert massiv in neue Abfüllanlagen und Produktionskapazitäten, um den Schweizer Markt flächendeckend zu bedienen. 

 

2023–2024: Der Expansionsrausch und die Krise

Im Januar 2023 benennt sich die Firma offiziell in Chopfab Boxer AG um, da das Bier „Chopfab“ zum eigentlichen Zugpferd geworden ist. Doch hinter den Kulissen kriselt es: 

  • Die massiven Investitionen und Kapazitätserweiterungen wurden grösstenteils über Fremdkapital und Schulden finanziert.
  • Die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise belasten das Geschäft schwer.
  • Anfang 2024 steht das Unternehmen mit über 100'000 Hektolitern Jahresausstoss vor der Überschuldung und dem akuten Konkurs. 

 

2024: Die Rettung durch Appenzell

Mitte März 2024 schlüpft Chopfab Boxer im letzten Moment unter das Dach der traditionsreichen Appenzeller Brauerei Locher AG (bekannt für Quöllfrisch). Locher übernimmt die Aktienmehrheit, schiesst Millionen ein und rettet die Marke vor dem Aus. 

 

Heute (2025/2026): Restrukturierung und Neuausrichtung

Um den Betrieb rentabel zu machen, zieht die Brauerei Locher harte Konsequenzen. Die gesamte Logistik sowie die Grossabfüllung der Kernmarken werden schrittweise nach Appenzell verlagert. Der Standort in Winterthur bleibt jedoch als Geburtsstätte bestehen: Hier konzentriert man sich heute vor allem auf die Entwicklung von Spezialitätenbieren und alkoholfreien Varianten. Die Biere sind weiterhin national etabliert und über unsern Online-Shop erhältlich.